Keynotes


Matthias Dieter

Leiter des Thünen-Institutes für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie Professor an der Georg-August-Universität Göttingen

Matthias Dieter studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte dort 1997 auch über ein forstbetriebswirtschaftliches Thema. 1999 wechselte er in die Bundesforschung, die damalige BFH. Seine Arbeitsbereiche reichen von forstbetrieblichen Analysen über Analysen der Holzströme national und global, Untersuchungen zur Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Holzmärkten, Analysen der Wertschöpfung durch Holznutzung bis hin zu Untersuchungen über die gesellschaftliche Bewertung unterschiedlicher Arten von Waldbewirtschaftung. Auf Grundlage dieser Arbeiten habilitierte er 2011 an der Georg-August-Universität Göttingen. Als Leiter des Thünen-Institutes für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie stehen vermehrt Fragen internationaler Waldpolitik im Vordergrund, wie Analysen zur Wirkung von Politiken gegen den illegalen Holzeinschlag oder die international drängende Frage, mit welchen politischen Instrumenten dem weltweiten Waldverlust entgegengewirkt werden kann.


Gert-Jan Nabuurs

Professor European Forest Resources, Wageningen University and Research, the Netherlands

Gert-Jan Nabuurs is professor European forest resources at Wageningen University and Research. His background is in European scale forest resource analyses and forest management under climate change. He started the work with the EFISCEN model; the European forest resource, forest management and carbon balance model. He has been IPCC Coordinating lead Author in GPG and IPCC 4AR. He was Assistant Director of the European Forest Institute in Finland from 2009-2012. He is member of Ministerial Advisory Committee Sustainability of Biomass for Energy purposes. His work is published in over 200 publications and he gives many lectures in scientific and policy support fora.


Ulrich Schraml

Professor, Leiter der Abteilung Wald und Gesellschaft an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg in Freiburg im Breisgau

Ulrich Schraml ist studierter Forstwirt, der in seinen Arbeiten frühzeitig begann, die Begeisterung für Bäume mit dem Interesse an Menschen zu verbinden. Auf ein Studium der Forstwissenschaften in München und Freising folgte die Promotion in Freiburg. Hier wurde er auch habilitiert, hatte Professurvertretungen inne, leitete das Institut bzw. die Professur für Forst- und Umweltpolitik und wechselte schließlich an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Hier leitet Ulrich Schraml derzeit die Abteilung Wald und Gesellschaft. An zwei Standorten arbeiten in dieser Forschungsgruppe rund fünfzig Personen an sozialwissenschaftlichen Fragen der Waldnutzung, aber auch der Wildtierökologie und des Managements von Wildtieren. Der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen in Freiburg ist Schraml durch eine Apl. Professur, Lehrtätigkeit in den Bereichen Forstpolitik sowie Wildtiermanagement und die Betreuung von Promovierenden und Abschlussarbeiten weiter verbunden.

Während die Dissertation der Frage gewidmet war, warum Jäger und jagende Förster so sind wie sie sind und ob sich das beeinflussen lässt, befasste sich Schraml in der Habilitation mit dem kleinstrukturierten Privatwald und seinen vielen verschiedenen Eigentümer/innen. Neben diesen beiden Themen stehen inzwischen auch Fragen des Waldnaturschutzes, von Erholung und Gesundheit im Wald, Urbaner Waldwirtschaft sowie der Bewertung von Forstwirtschaft durch Laien im Fokus.

Ulrich Schraml gehört verschiedenen Gremien der Politikberatung bzw. der Interessenvertretung an. So dem Wissenschaftlichen Beirat Waldpolitik beim BMEL, der Bundesplattform Wald, Sport, Erholung und Gesundheit, dem Präsidium des DFV sowie dem Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung.

[ Foto: Andreas Weiss, © Rat für Nachhaltige Entwicklung ]


Sven Wagner

Professur für Waldbau, TU-Dresden, Deutschland

Sven Wagner ist Professor für Waldbau. Seine Forschung ist zum einen ökologisch ausgerichtet und befasst sich mit der Verjüngung temperater und tropischer Baumarten wie auch mit Wechselwirkungen zwischen Bäumen und ihrer Umgebung (Niederschlag, Humus) oder anderen Waldorganismen (Carabiden, Gastropoden). Zum anderen gilt sie angewandten Fragen zur Sicherung einer modern verstandenen Nachhaltigkeit, zu Anpassungsstrategien an den Klimawandel und zu spezifischen Leistungen der Wirtschaftswälder. Die Waldstruktur spielt bei all diesen Themen eine wichtige Rolle. Der Umbau von Kiefern- und Fichten-dominierten Wäldern ist oft Gegenstand seiner Projekte. Methodisch orientierte Arbeiten befassen sich u.a. mit hemisphärischer Photographie und inverser Modellierung. Wagner arbeitet vorzugsweise mit quantitativen Methoden (Punktmusteranalysen, räumliche Optimierung). Er war u.a. für zwei Wahlperioden Fachkollegiat der DFG und ist Mitglied im Beirat für Biodiversität und genetische Ressourcen des BMEL.

[ Foto: Kirsten Johannes Lässig ]


Wolfgang Wilcke

Professor für Geomorphologie und Bodenkunde am Institut für Geographie und Geoökologie des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT)

Wolfgang Wilcke studierte Geoökologie an der Universität Bayreuth, wo er über ein Thema auf dem Feld der Waldschadensforschung promovierte und über Schadstoffe in Böden habilitierte. Ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) führte ihn als Privatdozent an die TU Berlin (2002-2005), von dort als Professor für Bodengeographie/Bodenkunde an die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (2005-2009) und als Professor für Bodenkunde an die Universität Bern (2009-2014). Seit 2014 ist er Professor für Geomorphologie und Bodenkunde am KIT. Der Schwerpunkt der Arbeit von Wolfgang Wilcke liegt auf der Aufklärung von biogeochemischen Stoffkreisläufen und ihrer Reaktion auf sich ändernde Umweltbedingungen. Methodisch kommen dazu vor allem Stoffhaushaltsbilanzen und Stabilisotopen-Methoden zum Einsatz. Ein großer Teil der bisherigen Arbeit von Wolfgang Wilcke befasste sich mit der Reaktion von Waldökosystemen auf verschiedene Umweltveränderungen (Landnutzungsänderungen, Nähr- und Schadstoffeinträge, Biodiversitätsverlust). Räumliche Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in den gemäßigten Breiten (v.a. Mitteleuropa) und den Tropen (v.a. Mittel- und Südamerika). Unter anderem führt Wolfgang Wilcke seit 1997 ein Langzeit-Ökosystemforschungsprojekt in einem tropischen Bergregenwald in Ecuador durch und war neun Jahre lang an den Biodiversitäts-Exploratorien der DFG beteiligt. Seine Ergebnisse sind in mehr als 150 Originalarbeiten veröffentlicht.